MauAR ist eine Augmented-Reality-Anwendung (AR), die die Berliner Mauer im digitalen Raum rekonstruiert. Die App wurde entwickelt, um den Verlauf und das Ausmaß der Grenzanlagen an Originalschauplätzen oder an beliebigen anderen Orten visuell erfahrbar zu machen. Mithilfe von GPS-Daten und der Kamera des Mobilgeräts werden lebensgroße 3D-Modelle der Mauer in die reale Umgebung projiziert.
Was leistet die App?
Die Kernfunktion von MauAR besteht in der visuellen Rekonstruktion historischer Grenzanlagen. Die Anwendung nutzt die AR-Technologie, um unterschiedliche Epochen der Mauer (z. B. 1961, 1970 oder 1980) darzustellen. Zu den Funktionen gehören:
- Maßstabsgetreue Darstellung: Die digitalen Mauersegmente werden in ihrer tatsächlichen Höhe und Breite in das Live-Bild der Kamera eingeblendet.
- Zeitstrahl-Funktion: Die bauliche Entwicklung der Grenzanlagen kann über verschiedene Jahrzehnte hinweg betrachtet werden.
- Informationspunkte: In die AR-Umgebung sind multimediale Inhalte wie Texte, Fotos und Zeitzeugenberichte integriert, die Hintergrundinformationen zu spezifischen Ereignissen oder Standorten liefern.
Einsatz im Unterricht
Die Anwendung bietet didaktische Anknüpfungspunkte für verschiedene Fachbereiche der Wirtschaftsschule, insbesondere in der politischen Bildung sowie in Geschichte und Sozialkunde:
- Immersive Geschichtsvermittlung: Lernende können die Dimensionen der innerdeutschen Teilung physisch abschreiten, was das Verständnis für die räumliche Trennung vertieft.
- Quellenarbeit: Die integrierten Dokumente und Medien ermöglichen eine Analyse von historischen Fakten direkt im Kontext der virtuellen Begehung.
- Vergleich von Perspektiven: Durch die Darstellung verschiedener Ausbaustufen der Mauer wird die zunehmende Perfektionierung des Grenzsystems thematisiert.
- Ortsunabhängigkeit: Da die App über einen Modus verfügt, der die Projektion an jedem beliebigen Ort (z. B. auf dem Pausenhof oder in der Aula) erlaubt, ist ein Einsatz auch ohne Exkursion nach Berlin möglich.
Nutzung & Anmeldung
Die Nutzung der App erfolgt in der Regel ohne Registrierung. Es ist kein Benutzerkonto erforderlich, was die Hürden für den Einsatz im Unterricht minimiert.
- Anmeldeprozess: Die Anwendung wird heruntergeladen und ist sofort einsatzbereit.
- Steuerung: Die Lernenden steuern die Anwendung eigenständig über ihre Mobilgeräte.
- Einsichtsmöglichkeiten: Lehrkräfte haben keine zentrale Verwaltungskonsole. Die Ergebnissicherung erfolgt klassisch über Arbeitsaufträge, Screenshots oder die gemeinsame Reflexion im Plenum.
Datenschutz & Sicherheit
Da für die Grundfunktionen keine personenbezogenen Daten bei der Erstellung eines Kontos erhoben werden, ist die Anwendung hinsichtlich der Datensparsamkeit vorteilhaft.
- Standortdaten: Für die präzise Platzierung in Berlin wird der Zugriff auf das GPS-Modul benötigt. Bei der Nutzung im „Überall-Modus“ ist dies technisch weniger relevant.
- Kamerazugriff: Die Freigabe der Kamera ist für die AR-Funktionalität zwingend erforderlich; die Bilder werden lokal verarbeitet und in der Regel nicht auf Server übertragen.
- DSGVO-Kontext: Im bayerischen Schulkontext ist bei der Nutzung privater Endgeräte (BYOD) oder schuleigener Tablets darauf zu achten, dass keine Speicherung schützenswerter Schülerdaten innerhalb der App erfolgt.
Technische Voraussetzungen
- Internetbedarf: Für den Download der App und der zusätzlichen Medieninhalte ist eine stabile Internetverbindung (WLAN) notwendig. Die Nutzung vor Ort kann teilweise offline erfolgen, wenn Inhalte vorab geladen wurden.
Schulische Rahmenbedingungen
Die App ist auf den Geräten der Lernenden und Lehrenden ab Jahrgangsstufe 10 installiert und sofort einsatzbereit.
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